leo_70
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Vitrine
Alexithymie
Einschränkung der Fähigkeit, Emotionen wahrzunehmen, zu erkennen und zu beschreiben
Plage
Alexithymie (von griechisch α- (a-) ohne, λέξις (lexis) sprechen, lesen und θυµóς (thymos) Leidenschaft, Gefühl, Emotion), auch Gefühlsblindheit, bezeichnet Einschränkungen bei der Fähigkeit, Emotionen wahrzunehmen, zu erkennen und zu beschreiben. Emotionen sind bei Betroffenen prinzipiell vorhanden, werden jedoch als rein körperliche Symptome interpretiert. Der Schweregrad kann von nur leichten Schwierigkeiten beim Erkennen bestimmter Emotionen bis hin zu vollkommener „Gefühlsblindheit“ reichen. Alexithymie tritt gehäuft im Zusammenhang mit verschiedenen psychischen und physischen Erkrankungen bzw. Störungen auf, besonders häufig bei Depressionen und Autismus. Sie kann jedoch auch gesunde, normal entwickelte Menschen betreffen. Alexithymie wird gegenwärtig nicht als eigenständige Störung klassifiziert und ist dementsprechend in den aktuellen medizinischen Klassifikationssystemen ICD-10, ICD-11 und DSM-5 nicht verzeichnet.
Gisèle Pelicot
Französisches Opfer einer Serienvergewaltigung und feministische Ikone
Wesen
Die Französin Gisèle Pelicot (IPA: [ʒiˈzɛl peliˈko] ; geboren am 7. Dezember 1952 als Gisèle Marie Françoise Guillou in Villingen, Deutschland) erlangte im Jahr 2024 im Strafprozess gegen ihren geschiedenen Ehemann und 50 weitere Täter internationale Bekanntheit. Diese hatten sie systematisch und auf Einladung ihres Mannes schwer vergewaltigt, nachdem sie von ihm jeweils betäubt worden war. Um aus der Opferrolle herauszutreten und den Tätern die Scham zuzuweisen, setzte sie bei Gericht in Avignon durch, dass der Prozess nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand und auch die Videoaufnahmen der Taten im Beweisverfahren gezeigt wurden. Pelicot gilt durch ihren Mut als Ikone im Kampf gegen sexualisierte Gewalt an Frauen. Sie wurde 2025 mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet.
Julia Kristeva
Bulgarisch-französische Philosophin, Psychoanalytikerin und Autorin
Wesen
Julia Kristeva (bulgarisch Юлия Кръстева; * 24. Juni 1941 in Sliwen, Bulgarien) ist eine bulgarisch-französische Literaturtheoretikerin, Psychoanalytikerin, Schriftstellerin und Philosophin. Sie prägte um 1965 den Begriff Intertextualität, um die strukturalistische Literaturinterpretation zu erweitern.
Les Mées
Französische Gemeinde im Département Alpes-de-Haute-Provence
Gelände
Les Mées (Aussprache: [leː meː], früher [leː mɛs]; Provenzalisch: Lei Meas) ist eine französische Gemeinde mit 4099 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Alpes-de-Haute-Provence in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Sie gehört zum Arrondissement Digne-les-Bains und zum Kanton Oraison.
Merowinger
Fränkische Herrscherfamilie von Mitte des 5. Jahrhunderts bis 751
Konzept
Die Merowinger (selten Merovinger) waren das älteste Königsgeschlecht der Franken von Mitte des 5. Jahrhunderts bis 751. Sie wurden vom Geschlecht der Karolinger abgelöst. Nach ihnen wird die historische Epoche des Übergangs von der Spätantike zum Frühmittelalter im gallisch-germanischen Raum Merowingerzeit genannt. Der fränkische Kleinkönig Childerich I. schuf die Grundlage, auf der sein Sohn und Nachfolger Chlodwig I. die erfolgreichste post-römische Reichsbildung im Westen betreiben konnte. Chlodwig gelang die Eroberung ganz Galliens, sein Übertritt zum katholischen Christentum vermied Konflikte, wie sie in den meisten anderen germanisch-romanischen Reichen der Völkerwanderungszeit zwischen den neuen germanischen Herren (die oft dem Arianismus anhingen) und der romanischen Mehrheitsbevölkerung üblich waren. Gleichzeitig bezogen die Merowinger die gallorömische Elite in ihre Herrschaft mit ein, die bis ins frühe 7. Jahrhundert noch relativ stark an spätantiken Mustern orientiert war. In der Folgezeit verfielen jedoch die entsprechenden Verwaltungsinstitutionen, ebenso sank das kulturelle Niveau. Es entwickelten sich aber auch neue Strukturen, die wegweisend für die nachfolgende Zeit waren, womit die Merowingerzeit eine entscheidende Rolle bei der Transformation West- und Mitteleuropas ins Mittelalter spielte. Unter Chlodwigs Nachfolgern kam es immer wieder zu Machtkämpfen, was die zentrale Königsgewalt empfindlich schwächte und es den adeligen Großen ermöglichte, eigene Ziele zu verfolgen. Im 7. Jahrhundert nahm so der Einfluss der Hausmeier derart zu, dass die letzten merowingischen Könige nur noch beschränkt eigenständig agieren konnten. Wie machtlos die späten Merowinger tatsächlich waren, wird in der neueren Forschung diskutiert.
Statistiken
- 181Gewöhnlich
- 69Ungewöhnlich
- 180Selten
- 57Episch
- 21Legendär
- 9Mythisch
- 3Prisma